| 03. November 1903: | Eröffnung des Mühlhäuser Schlachthofes als öffentliche Einrichtung des Stadt Mühlhausen. Der Schlachthof hatte die Aufgabe für die Fleischer der Stadt Mühlhausen die Tiere zu schlachten. Da es eine öffentliche Einrichtung war, wurde dazu eine umfangreiche Gebührensatzung erlassen. |
| 1903: | Einführung des Freibankverkaufs für Tiere die auf Grund von Infektionen oder Verletzungen notgeschlachtet werden mussten. Beim Freibankverkauf wurde minderwertiges Fleisch zu günstigeren Preisen verkauft. Die Bevölkerung nahm dieses Angebot sehr stark an. Aber nicht nur einkommensschwache Bevölkerungsschichten machten davon Gebrauch; auch Beamte und Bedienstete der Stadtverwaltung gehörten zu den Freibankkunden. |
| 1917: | Die Belastungen aus dem ersten Weltkrieg zwangen die Stadtverordneten erstmals zu einer Gebührenerhöhung, da die Kriegskasse des 1. Weltkrieges ihren Tribut forderte. Damit lieb auch der Schlachthof von den Wirren dieser Zeit nicht verschont. Außerdem führte dazu die Stadt Mühlhausen ein Schlachtvieh-Kataster ein um Schiebereien und Schwarzschlachtungen in den Kriegsjahren zu unterbinden und die Versorgung der Bevölkerung mit Fleisch sicher zu stellen. Die Schlachtungen in dieser Zeit sind drastisch gesunken. |
| 1928: | 25 jähriges Firmenjubiläum; die ersten Nachkriegsjahre waren von Geldentwertung und Wirtschaftskrise geprägt. Seit 1922 konnte sich der Schlachthof durch strikte Sparmaßnahmen und sich wieder erhöhende Schlachtzahlen wieder wirtschaftlich erholen. |
| 1933: | Mit der Machtübernahme durch die Nazis traten zunächst keine Veränderungen beim Schlachthof ein. Im Gegenteil versuchten die Nazis die Sympathie der kleinen Leute dadurch zu gewinnen, dass alles reibungslos funktionierte. Dafür war die Versorgung mit Fleisch sehr wichtig. |
| 1936: | Einführung des Opfersonntags durch die Nazis; Jeder Haushalt sollte einen Sonntag im Monat nur Eintopf kochen. Das dabei eingesparte Geld je Haushalt wurde von den Nazis eingesammelt und dem NS-Versorgungshilfswerk zugeführt. Es kann mit großer Sicherheit angenommen werden, dass dieses Hilfswerk der geheimen Kriegsvorbereitung diente. Solche Maßnahmen schränkten den Fleischverzehr ein und beeinflussten das finanzielle Ergebnis des Schlachthofes negativ. |
| 1938: | Weitere Zwangsmaßnahmen zur verstärkten Kriegsvorbereitung: Auflage zum Bau eines Luftschutzkellers, alle Glasdächer mussten mit Tarnanstrichen versehen und Luftschutzgräben ausgehoben werden |
| 1942/43: | Trotz finanzieller Schwierigkeiten infolge der Kriegsauswirkungen wurden Verdunklungsmaßnahmen angeordnet. Alle Fenster wurden mit Holzläden versehen. |
| 04.04.1945: | Die amerikanische Armee besetzte Mühlhausen und am 07. April den Schlachthof. Die Amerikaner hatten alle Räume besetzt, so dass ein Arbeiten nicht mehr möglich war. Am 09. April zogen sie wieder ab. |
| 05. Juli 1945: | Der Sowjetarmee wird die Verwaltung Thüringens unterstellt. Das Quellenmaterial seit Kriegsende ist durchweg lückenhaft, so dass keine weiteren Angaben für diese Zeit gemacht werden können. |
| 1950/52: | Umwandlung vom kommunalen Betrieb der Stadt Mühlhausen in einen selbständigen Volkseigenen Betrieb, der dem Rat des Kreises unterstellt wurde. In der Anfangsphase entstanden enorme Abstimmungsschwierigkeiten und es wurden ökonomische Verluste eingefahren |
| 1957: | Errichtung des Geflügelschlachthofes in der Gömarstr. (Hanfsack) als Betriebsteil |
| 1965: | Der VEB (K) Schlachthof Mühlhausen wird aus der Kreisleitung herausgelöst und dem VEB Fleischkombinat Nordhausen als Betriebsteil Mühlhausen zugeordnet. |
| 1969: | Im Rahmen der weiteren Zentralisierung wird das Fleischkombinat Nordhausen mit dem Fleischkombinat Erfurt verschmolzen. Der Schlachthof heißt jetzt VE Fleischkombinat Erfurt – Betriebsteil Mühlhausen. |
| 1974: | Umbenennung in VEB Schlachtbetrieb Mühlhausen im VE Fleischkombinat Erfurt. |
| 1976: |
Zusammenführung mit der aus der PGH des Fleischerhandwerks hervorgegangenen VEB Thüringer Wurstspezialitäten Mühlhausen und Bezeichnung als VEB Schlacht- und Verarbeitungsbetrieb Mühlhausen. Damit gliedert sich der VEB Schlacht- und Verarbeitungsbetrieb in drei Betriebsteile: - Bereich Schlachtung in der Thomas-Müntzer-Str. - Bereich Zerlegung und Verarbeitung in der Windeberger Str. - Bereich Geflügelzerlegung und –verarbeitung in der Görmarstr. Auch in der DDR-Zeit war der Freibankverkauf auf Grund des geringeren Preises in der Bevölkerung sehr beliebt. |
| 01. Juni 1990: |
Reprivatisierung in die drei Teilbereiche: - Mühlhäuser Fleisch GmbH (Schlachthof) - Mühlhäuser Geflügelerzeugnisse GmbH - Mühlhäuser Fleisch- und Wurstwaren GmbH Die Mühlhäuser Geflügelerzeugnisse GmbH und die Mühlhäuser Fleisch- und Wurstwaren GmbH haben die politische und wirtschaftliche Umgestaltung unter marktwirtschaftlichen Bedingungen nicht überstanden und sind beide insolvent. Die Leistung der Mühlhäuser Fleisch GmbH umfasste den Aufkauf von Schlachttieren, die Schlachtung, Zerlegung und Verkauf der Schlachtkörper an die Bedarfsträger. Auf Grund einer Studie im Frühjahr 1990, die vom Bundeslandwirtschaftsministerium in Auftrag gegeben wurde (der sog. „Schlachtplan“), wurde konstatiert, dass von 80 Schlachtbetrieben in Ostdeutschland nur 19 (in Thüringen 2) übrig bleiben sollten. Für die restlichen 61 war damit das de Facto aus gesprochen. Gleichzeitig erfolgte damit eine Aufteilung Ostdeutschlands auf die Schlacht- und Fleischermilliardäre der Altbundesländer. Mit Hinweis auf den „Schlachtplan“ gab es für die Mühlhäuser Fleisch GmbH keine Fördermittel. Damit war der Weg in die Marktwirtschaft vorprogrammiert. |
| 31.01.1991: | Antrag der Stadt Mühlhausen auf Rückübertragung in Kommunaleigentum. |
| 09.01.1992: | Bescheid der Treuhandanstalt zur Rückübertragung auf die Stadt Mühlhausen. |
| 30.03.1992: | Nur noch 38 Beschäftigte zählte der städtische Schlachthof. |
| 1992: | Eröffnung des ersten Ladengeschäfts am Hauptsitz in der Thomas-Müntzer-Str. 27. |
| 23.11.1992: |
Bildung einer neuen Gesellschaft mit mehreren Eigentümern: - Stadt Mühlhausen 33 1/3 % - Mühlhäuser Fleischerhandwerks GmbH 33 1/3 % - Thüringer Qualitätsferkel GmbH 23 1/3 % - Agrargenossenschaft Bollstedt eG 6 2/3% - Herr Wiegmann 1 2/3 % - Herr Reinhardt 1 2/3 % Der Name Mühlhäuser Fleisch GmbH wurde beibehalten. |
| 1996: | Gesetzliches Verbot des Freibankverkaufs, Fleisch wird heute vernichtet. |
| 21.Februar 1996: | EG-Zulassung der Mühlhäuser Fleisch GmbH zur Schweineschlachtung, ab 18. Juli Erweiterung auf die Rinderschlachtung. |
| 1999: | Insolvenz der Mühlhäuser Fleisch- und Wurstwaren GmbH in der Windeberger Landstr. |
| November 2002: |
Neuaufteilung der Gesellschafter: - Stadt Mühlhausen 33 1/3 % - Mühlhäuser Fleischerhandwerks GmbH 33 1/3 % - Agrargenossenschaft Großengottern 15 % - Agrargenossenschaft Bollstedt eG 15 % - Herr Wiegmann 1 2/3 % - Herr Reinhardt 1 2/3 % Mittlerweile werden zwei Ladengeschäfte in Mühlhausen und je eines in Ammern und Bollstedt unterhalten. |
| Frühjahr 2008: | Die Stadt Mühlhausen trennt sich von ihren Anteilen. Die Agrargenossenschaft Bollstedt übernimmt diese Anteile. |
| Herbst 2008: | Die Agrargenossenschaft e.G. Bollstedt übernimmt die Anteile der Agrargenossenschaft Großengottern und der Herren Reinhardt und Wiegmann. Damit sind die Fleischerhandwerks GmbH mit 1/3 der Anteile und die Agrargenossenschaft e.G. Bollstedt mit 2/3 der Aneile beteiligt. Der Traditionsname „Mühlhäuser Schlachthof“ wird als Markenname der Mühlhäuser Fleisch GmbH wieder stärker in den Vordergrund gerückt. Mittlerweile verkaufen wir unsere Waren in fünf Mühlhäuser Filialen, zwei Filialen in Ammern und eine in Bollstedt. |
| Dezember 2008: | Unsere neue Internetseite mit dem zusätzlichen Vertriebsweg Online-Shop wird frei geschalten. |

